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Jan-Siestrzyński-Schule für gehörlose Kinder

Am zweiten Tag unserer Reise stand am Vormittag ein Besuch der Jan-Siestrzyński-Schule für gehörlose Kinder auf dem Programm. Die Einrichtung befindet sich in Wejherowo, etwa eine Stunde von Danzig entfernt und richtet sich an gehörlose Kinder ab dem Vorschulalter und endet mit Berufsbildenden Maßnahmen. Doch auch für die noch Jüngeren gibt es Beratungsangebote. Im Jahr 1921 gegründet, war es eine der wenigen Schulen für gehörlose Kinder. Heute sind die 140 Schüler hauptsächlich aus Pommern, doch das angegliederte Internat ermöglicht nach wie vor den Besuch aus allen Gegenden Polens.

Die Schule verfolgt einen interessanten Ansatz indem sie – anders als in Deutschland – nicht auf die Gebärdensprache setzt, sondern das Lippenlesen und Sprechen lehrt. In den Klassen sind maximal 6 Kinder. Sollte neben der Beeinträchtigungen des Hörens bei Kindern eine weitere Behinderungen bestehen, so wird eine zusätzliche Person zur Betreuung bereitgestellt oder die Gruppengröße sinkt. Die Klassenzimmer der Grundschule sind technisch gut ausgestattet: PC und Drucker sind in jedem Raum, meist auch ein Beamer. In Manchen Zimmern lernen auch die Kinder mit Computer, in einem der besichtigten Räume war ein Smartboard zu sehen. Die Zimmer wirken sehr kindgerecht, so ist neben dem Lernbereich in jedem Zimmer auch Platz zum Spielen und Ruhen.

In vielen Bereichen hat diese Einrichtung Modellcharakter für Polen, so sollen in Zukunft auch Angebote für Blinde Kinder enstehen. Neben der staatlichen Finanzierung kann die Schule auf die Unterstützung eines Vereins zurückgreifen, wodurch zusätzliche Angebote ermöglich werden. Diese sind teils schulisch und therapeutisch aber auch freizeitlicher Natur.

Neben der Grundschule und der weiterführenden Schule gibt es noch eine Vorschule/Kindergarten sowie einen berufsbildenden Zweig. Es gibt Ausbildungen in folgenden Bereichen: Koch/Gastronomie, Gärtner, Schlosser, Schreiner, Bauingenieur sowie PC-Techniker/Programmierer.

Kulturzentrum Wejherowo

Nach dem Mittagsessen besuchten wir kurz die Philharmonie/das Kulturzentrum Wejherowo. Es handelt sich hierbei um einen beeindruckenden Neubau, der erst im letzten Jahr eröffnet wurde. Im Zentrum des Gebäudes ist ein großer (Konzert/Theater) Saal in Schiffsform.Um den Saal herum befinden sich auf mehreren Stockwerken Probe- und Arbeitsräume sowie kleinere Säle. Im anschließenden Gespräch mit der Direktorin des Kulturzentrums hat diese betont, dass Sie sich sehr über einen kulturellen Austausch mit Deutschland freuen würde. Im Besonderen besteht Interesse sich im Bereich der plastischen Kunst und der Kulturpädagokik auszutauschen.

Slowinski-Nationalpark

Der Slowinski-Naionalpark an der Ostseeküste ist insgesamt 550 ha groß und ist für das Wanderdünengelände mit den höchsten Dünen Polens bekannt. Diese Sanddünen bewegen sich durch die von der Ostsee kommenden Winde jährlich um ca. 10 m ins Landesinnere. Der Nationalpark hat seinen Namen von den Slowinzen, die früher in dieser Gegend gelebt haben. Leider hatten wir nicht sehr viel Zeit, so dass der Besuch nur einen kleinen Eindruck des Nationalparks vermitteln konnte.

Freilichtmuseum Kluki (Klucken)

Noch innerhalb des Nationalparks befindet sich das Freilichtmuseum Kluki, eine Außenstelle des Mittelpommernschen Museums Stolp. Anders als z.B. beim Freilandmuseum Bad Windsheim wurden hier nicht alle Gebäude neu errichtet – Im Gegenteil: Der Ursprung des Museums enstand aus alten Häusern im Dorf und widmet sich ebenfalls den Slowinzen. Neben der Direktion des Museums begleitete uns dort ein Abgeordneter der Sejmik – dem polnischen Gegenstück des Bezirkstages. Nach dem Abendessen im Museumsrestaurant machten wir uns auf die lange Rückfahrt nach Danzig.

Kategorien: Allgemein

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